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Arbeiten hinter den Kulissen des Museums

Bleiben die Ausstellungen des Museums für Naturkunde geschlossen, so gehen doch die Arbeiten hinter den Kulissen weiter. Das bedeutet, wir erforschen unsere Sammlungen, verfassen wissenschaftliche Veröffentlichungen, entwickeln digital abrufbare Programme für die Vermittlungsarbeit und planen zukünftige Ausstellungen und Veranstaltungen. Einblicke in die sammlungsbezogene Forschungsarbeit bietet der Dokumentarfilm "Eine kurze Geschichte über... Das Alte Ägypten". Er wird am Sonntag, dem 12.04.2020, 19:30 – 20:15 im ZDF ausgestrahlt.

In Vorbereitung der Dokumentation begleitete das TerraX-Filmteam den komplizierten Transport einer Mumie aus dem Magazin des Museums in das Klinikum Chemnitz einschließlich der CT- und Röntgenuntersuchungen. Am Sonntag wird der Dokumentarfilm in der Reihe TerraX ausgestrahlt. Die Dokumentation gibt Einblicke in 3000 Jahre Hochkultur am Nil, monumentale Tempel, die Grabanlagen im Tal der Könige und die herausragenden Bauleistungen der alten Ägypter.

Hintergrund

In Kooperation mit dem Klinikum Chemnitz gGmbH und den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim wurde ein besonderes Exponat mit der Inventarnummer I2055A bearbeitet. Es handelt sich um die aus Alexandria stammende Mumie in einem Sarkophag. Aus dem 10. Bericht der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Chemnitz wissen wir, dass die Mumie über den Kaufmann Richard Lindemann aus Alexandria nach Chemnitz kam. 1885 schenkte sie der Kaufmann Wilhelm Albert Haupt den Naturwissenschaftlichen Sammlungen Chemnitz.

Drei wesentliche Fragen sollten mit der neuerlichen Bearbeitung geklärt werden: Handelt es sich tatsächlich um eine Person im Sarg? Aus historischen Aufzeichnungen ist überliefert, dass der Besitz einer Mumie im späten 19. Jahrhundert Wertschätzung brachte. So gab es einen regelrechten Handel mit gefälschten Mumien, vergleichbar heutigen Souvenirläden in Tourismuszentren. Sofern es sich tatsächlich um die sterblichen Überreste einer Person handelt, sollte das Geschlecht bestimmt werden. Und schließlich wollten wir erfahren, ob das Alter der Mumie mit dem Alter der Bandagen und des Sargs übereinstimmen, um so die Zusammengehörigkeit der Inschrift auf dem Holz mit der Person sicherzustellen.

Im November letzten Jahres fanden dafür Röntgen- und computertomographische Untersuchungen unter Leitung von Dr. Silvio Brandt am Klinikum Chemnitz statt. Stephanie Zesch (Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim) nutzt die Ergebnisse für ihre Studien an ägyptischen Mumien. Sie belegen, dass es sich bei der Mumie um eine männliche Person im Alter von etwa 35 Jahren handelt. Zur Beantwortung der dritten Frage bestimmte das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie gGmbH das Alter von Knochen, Bandage und Sargholz. Die Altersanalyse der drei unterschiedlichen Proben ergab, dass sowohl die Bandagen als auch das Sargholz aus der Zeit der mumifizierten Person stammen und somit Mumie und Sarg eine Einheit aus einer Zeit vor ca. 2300 Jahren bilden.

 

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Museum für Naturkunde Chemnitz | Moritzstraße 20, 09111Chemnitz
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